Vincent Burek 1920-1975
Maler aus der Schwalm

Kunst am Bau - Grafik


"Druckgraphik und Wandgestaltungen von ... Vincent Burek sind ein beredtes Zeugnis dafür, dass das künstlerische Erbe (der Schwalm) nicht aufgegeben ist."

(Konrad Kaiser, Ausstellungseröffnung "Maler der Schwalm", 1972)

Bereits kurz nach seinem Studium begann Burek als Gebrauchsgraphiker zu arbeiten. Der Krieg unterbrach seine Arbeit und nach Kriegsende konnte er in der Zeitschrift "Horizont" als Illustrator wirken, bis diese zur Zeit der Berliner Luftbrücke ihr Erscheinen wegen des Papiermangels einstellen musste.
In der Schwalm kamen Aufträge aus privater und öffentlicher Hand dazu, Werbegrafik für Unternehmen und für die aufkommende regionale Touristikindustrie.
Seit Mitte der 1950-er Jahre beteiligte sich Vincent Burek an Ausschreibungen im Rahmen des "Kunst am Bau"-Programms und erhielt so zahlreiche Aufträge für Außen-und Innenwandgestaltungen an öffentlichen und kirchlichen, aber auch an privaten Bauten, so zum Beispiel:


Justus-Liebig-Universität Gießen (Glasfenster im Senatsaal)
Ev. Diakonissenheim St. Elisabeth Kassel (Mosaik)
Kreisberufsschule Ziegenhain (Wandgestaltung)
Kulturhalle Ziegenhain (Mosaik und Außenwandgestaltung)
Ehemalige Landwirtschaftsschule Ziegenhain (Außenwandrelief)
Ehemaliges Gesundheitsamt, jetzt Job Center (Sgraffito)
Kreissparkasse Ziegenhain (Innenwandgestaltung, nur zum Teil erhalten) 
Kirche der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Treysa (Glasfenster)
Kath. Kirche St. Adalbert Neukirchen (Wandbild und Glasfenster, teilweise erhalten)
Kath. Kirche St. Johannes der Täufer Frielendorf (Kreuzwegtafeln)
Volksschule, jetzt Kleeblattschule Obergrenzebach (Außenwandrelief)
Ehemalige Grundschule Steina (Wandbild)
Raiffeisenkasse Bahnhof Ottrau (Außenwandrelief)
Amtsgericht Borken (Glasschlifffenster)
Amtsgericht Bad Wildungen (Eisenplastik und Glasfensterfront)
Behördenhaus Homberg/Efze (Wandbild)
Finanzamt Limburg (Farbige Treppenhausgestaltung)
Allgemeine Ortskrankenkasse Kassel (Sgraffito)
Hermann-Schulz-Schule Berlin-Reinickendorf (Schwälmer Brunnen)
Firma C.H. Schmitt Ziegenhain (Wandrelief)
Firma Rohde Ziegenhain (Wandbild)
Ehemaliges Landratsamt Ziegenhain (Muschelkalkobelisk - Entwurf Burek, Ausführung Heidenreich)


Einige Werke Bureks gingen durch Umbauten oder bei Renovierungs- oder Sanierungsmaßnahmen leider unwiderbringlich verloren:

Ehemalige Rosengarten-Lichtspiele Ziegenhain (Wandgestaltung)
Amtsgericht Wetzlar (Wandteppich im Sitzungssaal)
Kreiskrankenhaus Ziegenhain (Schieferrelief)
Schwalmschule Gymnasium Treysa (großflächiges Außenwand-Sgraffito)
Grundschule Alleeplatz Ziegenhain (Mosaikkrelief)
Kindergarten Ziegenhain (Wandgestaltung)
Behördenhaus Homberg/Efze (Wandbild)
Ehemaliges Jugenderholungsheim des Kreises Ziegenhain in Westerland/Sylt (Außen- und Innenwandbilder)
Amtsgericht Wolfhagen (Wandgestaltung)
Kurverwaltung Bad Wildungen (Glasfenster und Drahtplastik)
Amtsgericht Borken (Glasschlifffenster)

                                                                                                                                                               

Einen nahezu vollständigen Überblick über Bureks erhaltene und verlorene Arbeiten im öffentlichen Raum bietet das von Simone de Santiago Ramos nach intensiver Recherche zusammengestellte Büchlein "Kunst für alle - Die öffentlichen Werke des Malers und Graphikers Vincent Burek", das 2020 erschien und im Museum der Schwalm (auch online) erhältlich ist.



"Es war die Zeit der Formierung abstrakt arbeitender Künstler zur Durchsetzung einer neuen Formensprache, die sich in alle gestalterischen und dekorativen Teile auszudehnen begann, von der Architektur bis zum Design. Denn nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verlegten sich Kunst, Kunstkritik und öffentliche Hand mit Nachdruck auf die Abstraktion und ihre verschiedenen Manifestationen ...Und so ist es verständlich, dass Maler wie Burek ... von Aufträgen lebten, die vor allem die Wand- und Fassadengestaltung im regionalen Raum betrafen."

(Bernd Küster in: "Künstlerkolonie Willingshausen", 2006)















Vincent Burek arbeitet in der St. Adalbert-Kirche in Neukirchen






























Arbeit am Wandbild in der Kreisberufsschule Ziegenhain












Diese Arbeiten wurden restauriert und blieben erhalten
























Wandgestaltung im Kindergarten am Alleeplatz in Ziegenhain











Eines der verlorengegangenen Wandbilder im Kindergarten

nach Fertigstellung (1966)


















Mosaik (Ev. Diakonissenheim St. Elisabeth Kassel)














Verlorene Wandgestaltung an der Grundschule in Ziegenhain














Auch die großflächige Sgraffito-Fassade an der Schwalmschule in Treysa wurde bei Sanierungsarbeiten zerstört












Sparkassengebäude Ziegenhain (verschwunden)
















Wandgestaltung im Sparkassengebäude Ziegenhain












Nicht erhaltenes Schieferrelief am Kreiskrankenhaus Ziegenhain













Verschwundener Wandteppich im Sitzungssaal des Amtsgerichts Wetzlar













Glasfenster im Senatssaal derJustus-Liebig-Universität Gießen





























Glasschlifffenster im ehemaligen Amtsgericht Borken/Hessen

















Entwurf für Wandgestaltung (Gerichtsgebäude)












Glasfensterentwurf















Entwurf für Wandgestaltung











Entwurf für Wandgestaltung











Entwurf für Wandgestaltung














Entwurf für die dreistöckige Wandgestaltung im Treppenhaus des Amtsgerichts Limburg












Verschwundenes Wandbild im Speisesaal des ehemaligen Kreiserholungsheims in Westerland (Sylt)













Burek und Heidenreich am Mahnmal vor dem ehemaligen Landratsamt





Weitere Entwurfsbeispiele









Faltprospekt Region Schwalm-Knüll







Tourismuswerbung (1950-er Jahre)








Entwurf für Ziegenhains Poststempel

















Neujahrsgruß 1946











Entwurf einer Signette für den Schwälmer Heimatbund













Ziegenhainer Fasching (1950er Jahre)












Federzeichnung  1954

"DER GESTRENGE UND VESTE HERR HERR HEINZ V. LÜDER VERLEIHER DES WAPPENS DER STADT ZIEGENHAIN COMMANDANT WIE ER AM SCHLOSSE DASELBST IST ABCONTERFEYET UND IN STEIN GEMEISSELT, IHM ZUR EHR UND ZUR EWIGEN GEDÄCHTNISS.

IN ZEITEN WO KRIEGESNOT HAT ER DIE STADT TAPFER VERTEIDIGET, WIE ER DENN AUCH ERKLÄRET: NUR DEM FREIEN LANDGRAFEN GEB ICH DEN SCHLÜSSEL DER FESTUNG ZURÜCK UND SO ER DIE STADT GERETTET"